
Den Sommer haltbar machen
Teil II
Zitronenmelisse – das Frauenkraut mit Geschichte
Auch die Zitronenmelisse steht jetzt vor der letzten Ernte. Dieses Jahr wuchert sie – dank des vielen Regens – besonders kräftig. Sie ist robust, duftend und ein echter Rosenbegleiter, wird aber in der Küche noch viel zu selten verwendet.
Bekannter ist sie als Sirup oder in Form des berühmten Melissengeistes, den manche Großmutter noch kennt. Schon Hildegard von Bingen schätzte die Pflanze, die „das Herz freudig macht“.
Herkunft und Wirkung
- Der Name kommt von „Meli“ (Honig) bzw. „Melissa“ (Biene).
- Schon Virgil und Plinius beschrieben ihre Nutzung als Lockpflanze für Bienen.
- Karl der Große befahl im Jahr 800, dass in jedem Klostergarten Melisse angebaut werden müsse.
- Ihre ätherischen Öle (Citral, Citronellal) erinnern stark an Zitrone.
- Sie wirkt beruhigend auf Magen und Nerven, erleichtert das Einschlafen und stärkt nachweislich Gedächtnis und Konzentration.
Auch die Zitronenmelisse wird bei „Veronikas“ getrocknet und anschließend zu Tees oder Sirup verarbeitet.

Rezeptideen mit Zitronenmelisse
Melissen-Pesto
- 2 Handvoll Melissenblätter mit grobem Salz im Mörser zerreiben.
- 50 g Nüsse (z. B. Haselnüsse, Cashews oder Mandeln) mit 50 g Parmesan und 100 ml Olivenöl pürieren.
- Mit Knoblauch und Pfeffer verfeinern, in Gläser füllen.
Frische Blätter eignen sich außerdem hervorragend, um Marmeladen und Kompotten eine zitronige Frische zu geben.
Mirabellen-Melissen-Kompott
Die Erntezeit von Mirabellen, Kriecherln oder Ringlotten reicht bis September. Selten gesammelt, aber köstlich – besonders in Kombination mit Zitronenmelisse.
Zutaten:
- 500 g Mirabellen
- 300 ml Wasser
- 1 Handvoll Melissenblätter
- 2 EL Zucker
Zubereitung: Wasser mit Zucker und Melissenblättern erwärmen, bis sich der Zucker löst. Mirabellen zugeben und bei niedriger Hitze 2–3 Minuten köcheln lassen. Nicht umrühren! Anschließend abkühlen lassen.
