Mohnsommer im Waldviertel

Bunte Pracht und kulinarische Vielfalt

Im Waldviertel startet der Mohnsommer Ende Juni. Zu dieser Zeit erblühen die wunderschönen Blüten des Waldviertler Graumohns g.U. und verleihen der Landschaft eine einzigartige Pracht. Das Zusammenspiel der Farben auf den weiten Mohnfeldern fasziniert die Menschen und lockt jedes Jahr tausende Besucher an, die diese bunte Kulturlandschaft des Waldviertels genießen. Es wird aber auch weißer Mohn angebaut. Bereits im Jahr 1280 wurde der Papaver somniferum in einem Dokument des Stiftes Zwettl in der Region erwähnt. Damals wurde Mohnöl von den Mönchen vor allem für ihre Lampen verwendet, um das ewige Licht brennen zu lassen. Mohn wurde auch als Heil- und Betäubungsmittel eingesetzt. Später fand er zunehmend kulinarische Verwendung, besonders in den Konditoreien in Wien. Bis 1934 wurde der Waldviertler Mohn sogar an der Londoner Börse gehandelt. Doch nach und nach wurde er von günstigeren Produkten aus Osteuropa und dem Nahen Osten vom Markt verdrängt. Erst in den 1980er und 1990er Jahren begann man wieder vermehrt mit dem Anbau des typischen Mohns der Region. Der Waldviertler Sonderkulturenverein, ein Verband von tausend landwirtschaftlichen Betrieben, spielte dabei eine führende Rolle. Unter dem Label „Waldland“ koordiniert der Verein die Produktion und Vermarktung der meisten Agrargüter der Region.

Im Jahr 1997 erhielt der Mohn die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) der EU. Diese geschützte Marke steht für die Herkunft sowie das traditionelle Wissen über den Anbau und die Verarbeitung und schafft eine Einheit zwischen Region und Produkt. Waldviertler Graumohn g.U. stammt ausschließlich aus dem Waldviertel und verdankt seine Qualität den geografischen und menschlichen Einflüssen dieser Region, darunter die langjährige Mohnanbautradition und die kleinstrukturierten Betriebe. Er zeichnet sich durch seine hellgraue Samenfarbe und seinen feinen Geschmack aus. Aufgrund seiner dünnen Samenschale ist diese Mohnsorte empfindlich bei der maschinellen Ernte und erfordert speziell angepasste Mähdrescher. Aufgrund seines feinen Mohnaromas eignet sich Graumohn hervorragend für alle Arten von Mehlspeisen und Desserts. Es wird aber auch weißer Mohn angebaut. Diese Sorte ist milder und etwas nussig im Geschmack und eignet sich daher besonders gut zum Backen.

Der Waldviertler Mohn ist das wohl bekannteste kulinarische „Markenzeichen“ der Region. Ein Besuch im Waldviertel sollte unbedingt mit einer typischen Mohnspezialität abgerundet werden. Die Auswahl ist groß, von der Waldviertler Mohntorte über Mohnnudeln bis hin zu den Mohnzelten, einer süßen Köstlichkeit aus Erdäpfelteig und geriebenem Graumohn, die den einzigartigen Geschmack des Waldviertels widerspiegelt. Das alles und noch viel mehr kann man in einem der gastronomischen Aushängeschilder des Waldviertels, dem Mohnwirt Neuwiesinger im Mohndorf Armschlag verköstigen. Seit über dreißig Jahren stellt der Mohnwirt Neuwiesinger nicht nur Mohnspezialitäten für die Speisekarte ihres Wirtshauses her, sondern mit der Eigenmarke „Mohn Amour“ pikante und süße Mohnköstlichkeiten wie Mohnschokolade, Mohnhonig, Mohnölpesto, Mohndinkelkekse oder auch Mohnsenf und vieles mehr her.

Tipps:

0